Klimawandel und Projektziele

Was kann das Projekt helfen?

Naturschutzgebiet Bramberg mit Färber-Ginster

Naturschutzgebiet Bramberg mit Färber-Ginster

Grundannahme des Projektes ist, dass sich die prognostizierten klimatischen Veränderungen besonders negativ auf reliktär oder disjunkt verbreitete Arten auswirken, die zudem bestimmte klimatisch-bedingte Verbreitungsmuster aufweisen: eine hohe Empfindlichkeit ist demnach boreo-alpinen, kontinentalen oder auch submediterranen Arten zuzuschreiben. Viele dieser Arten besitzen nur ein geringes Ausbreitungsvermögen und werden voraussichtlich nicht in der Lage sein, den zunehmend schnellen Änderungen der standörtlichen Bedingungen zu folgen. Insbesondere stark spezialisierte Arten, die zumeist nur noch kleine, isolierte Habitatinseln (z.B. Moore) besiedeln, sind hiervon betroffen.

Will man diese Tiere und Pflanzen, die oftmals schon im Fokus des Naturschutzes stehen und z.T. über europäische Richtlinien einem besonderen Schutz unterliegen, auch mittel- bis langfristig erhalten, sind umfangreiche Anstrengungen erforderlich. Hierzu zählt neben der aktiven Ansiedlung in Gebieten mit längerfristigem Potenzial das aktive Management der bestehenden (Rest-) Vorkommen.

Grundsätzlich stellt sich hierbei die Frage, ob und unter welchen Bedingungen sich solche Populationen durch geeignetes Management auch bei klimatischen Veränderungen halten lassen. Um dies abschätzen und modellieren zu können, werden detaillierte, schon über längere Zeiträume vorliegende Monitoring-Daten benötigt. Sonst sind klimatisch bedingte Effekte von anderen Einflussfaktoren, unterschiedlichen Ursachen von Entwicklungen bei verschieden Arten nicht voneinander zu trennen und separat herauszuarbeiten.

Was ist das Spannende an diesem Projekt?

Der innovative Charakter liegt in der Verknüpfung von angewandter Forschung (langfristiges Monitoring konkreter Populationen, Klima- und Habitatmodellierung) mit der Entwicklung von Anpassungsstrategien und deren Umsetzung im konkreten Pflegemanagement in zwei größeren Landschaftsräumen. Im Einzelnen bedeutet dies, dass bestehende Habitate durch Management so verbessert werden sollen, dass aufgrund von:

  1. Modellierungsergebnissen ein Überleben der Populationen auch bei voranschreitendem Klimawandel wahrscheinlich ist und
  2. eine Evaluation der Maßnahmen im Freiland bzw. eine Korrektur der Modellergebnisse durch Freilanddaten möglich wird.

Es wird demnach durch Modellierung und Monitoring der tatsächlichen Populationsentwicklungen getestet, ob durch Habitat- und Populationsmanagement Arten vor dem Aussterben infolge der Auswirkungen des klimatischen Wandels bewahrt werden können. Hierdurch wird nicht nur eine nachhaltige, sondern auch zukunftweisende Sicherung bedeutender Artvorkommen als Bestandteil des nationalen Naturerbes erreicht.

Sind die Ergebnisse auch übertragbar?

Für eine langfristige Wirkung von Schutzmaßnahmen auf Reliktpopulationen oder die Vorkommen stark gefährdeter Arten wird in Zukunft der Aspekt des Klimawandels eine immer größere Rolle spielen. Insofern ist die vom Projekt behandelte Thematik hoch aktuell. Die hier gewählte Herangehensweise lässt sich problemlos auf andere Arten und Lebensräume übertragen, so dass eine hohe Relevanz des Vorhabens gewährleistet ist.

Zudem können die umgesetzten Maßnahmen – soweit sich deren Erfolg innerhalb der Laufzeit validieren lässt – im Sinne von best-practice-Beispielen als Modell für ähnliche Vorhaben herangezogen werden. Die konkrete Maßnahmenausgestaltung wird hingegen aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen immer nur einzelfallbezogen durchzuführen sein.


Klimawandel und Naturschutz
Online: http://www.klimawandel-projekte.de/hintergrund/klimawandel-und-projektziele/index.php [Datum: 13.11.2019]
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